Damper: Das australische Buschbrot

Damper Australien

Wir verspeisen jeden Tag Brot. Die meisten von uns jedenfalls. Da Sie auf die Webseite einer Dorfbäckerei geklickt haben, werden Sie höchstwahrscheinlich kein Brot-Abstinenzler sein. Und vermutlich haben Sie schon die unterschiedlichsten Brote ausprobiert, vom Emmerbrot bis zum Roggenvollkornbrot. Vom Weizenbrötchen am Frühstückstisch bis zum Dinkelbrötchen. Aber haben Sie schon einmal australisches Damper probiert? Nein? Dann erfahren Sie hier mehr über das Brot der australischen Ureinwohner.

 

Wer waren die Aborigines?

 

Der Begriff „Aborigines“ bedeutet nicht viel mehr als „Ureinwohner“. Das lateinische Wort „origine“ kann übersetzt werden mit „von Beginn an“. Aborigines ist die Sammelbezeichnung aller indigenen Völker Australiens. Also recht unterschiedliche Völker, Stämme und Clans, die den südlichen Kontinent schon vor 60.000 Jahren besiedelt haben. Einst gab es bis zu 700 solcher Stämme, heute leben noch gut 464.000 Aborigines in Australien. Die meisten davon haben sich dem modernen Leben angepasst. DNA-Vergleiche lassen vermuten, dass die Vorfahren der Aborigines eines aus Afrika nach Australien gereist sind. Einige Völker sind auch mit den Menschen aus den Philippinen verwandt.

 

Die Geschichte von Damper

 

Wenn Sie durch das australische Outback reisen, werden Sie früher oder später auf Damper stoßen. Hinter diesem einfachen Brot steckt nämlich eine ziemlich spannende Geschichte. Die Ursprünge reichen weit zurück. Aborigine-Frauen stellten bereits vor vielen Jahrhunderten Brot aus dem her, was die Natur gerade hergab. Dazu gehörten verschiedene Samen und Nüsse, die je nach Jahreszeit gesammelt, verarbeitet und anschließend in der heißen Asche eines Feuers gebacken wurden. Viel einfacher ging es eigentlich kaum.

 

 

Damper als Reiseproviant

 

Später wurde Damper auch bei den Menschen beliebt, die tagelang oder sogar wochenlang durch das Outback unterwegs waren. Viehtreiber, Wanderarbeiter und andere Reisende konnten mit wenigen Zutaten ein sättigendes Brot direkt am Lagerfeuer zubereiten. Der Teig kam dafür auf die heißen Kohlen und wurde dort gebacken. Das verlieh dem Brot seinen typisch rustikalen Charakter. Dabei sollte man allerdings nicht davon ausgehen, dass das ursprüngliche Mehl genauso aussah wie unser heutiges Mehl. Die von den Aborigines verwendeten Zutaten waren deutlich gröber und bestanden auch nicht einfach nur aus Getreide. Je nachdem, was gerade verfügbar war, spielten unterschiedliche Samen und Nüsse eine wichtige Rolle.

 

Heute gehört Damper fest zur australischen Küche und wird häufig mit Bush Food in Verbindung gebracht. Das Brot ist unkompliziert, braucht keine ausgefallenen Zutaten und passt damit irgendwie perfekt zum Leben im Outback. Genau das macht seinen besonderen Charme aus.

 

Damper ist nicht gleich Damper

 

Damper sah übrigens nicht überall in Australien gleich aus. Je nachdem, wo die Menschen lebten und welche Zutaten ihnen zur Verfügung standen, entstanden ganz unterschiedliche Varianten. Im Norden Australiens erinnerten manche Brote eher an kleine Nusskuchen. In den trockenen Wüstenregionen waren dagegen Damper aus verschiedenen Samen verbreitet. Teilweise wurde sogar Reis für die Zubereitung verwendet. Mit der britischen Kolonialisierung veränderte sich die Ernährung der indigenen Bevölkerung jedoch grundlegend. Die europäischen Siedler stellten unter anderem Mehl, Zucker und Tee zur Verfügung. Was zunächst vielleicht nach einer willkommenen Versorgung mit Lebensmitteln aussah, hatte langfristig schwere Folgen. Die neue Ernährung war deutlich nährstoffärmer und trug zu Mangelernährung, gesundheitlichen Problemen und auch starkem Übergewicht bei.

 

Sehenswert: Kennen Sie bereits den schönen Bericht aus dem ARD-Morgenmagazin über unsere Seniorchefs?

Die Zutaten von Damper

 

Dabei waren die ursprünglichen Zutaten durchaus reich an wichtigen Nährstoffen. Die Samen und Nüsse verschiedener Akazien und Gräser lieferten deutlich mehr als einfach nur Energie. Sie versorgten die Menschen mit wertvollen Nährstoffen und waren ein wichtiger Bestandteil ihrer traditionellen Ernährung. Damit konnten sie sich auch über weite Strecken bewegen und unter den oft schwierigen Bedingungen des australischen Landes leben. Durch die Ankunft der Europäer verloren viele Aborigines jedoch zunehmend den Zugang zu ihren bisherigen Lebensgrundlagen. Um überhaupt an Lebensmittel zu kommen, mussten sie sich teilweise in der Nähe europäischer Siedlungen aufhalten. Ihre Ernährung änderte sich dadurch gezwungenermaßen und damit auch ein Stück weit ihre gesamte Lebensweise. Das war eine tiefgreifende Veränderung, die weit über die Frage hinausging, was am Ende des Tages auf dem Teller lag.

 

Damper in Europa

 

Nicht nur die indigene Bevölkerung Australiens bereitete Damper zu. Auch britische Kolonisten und die sogenannten Stockmen, also Viehtreiber, hatten das einfache Brot schnell für sich entdeckt. Wer damals wochenlang, manchmal sogar monatelang durch abgelegene Gegenden unterwegs war, konnte schließlich nicht mit einer großen Auswahl an Lebensmitteln rechnen. Mehl, Zucker und Tee gehörten meist zur Grundausstattung. Dazu kam Fleisch, wenn sich unterwegs welches auftreiben ließ.

 

 

 

So wird Damper in Europa gebacken

 

Auch die Zutaten für Damper waren entsprechend überschaubar. Meist brauchte man nur Mehl, Wasser und etwas Salz. Je nach Rezept kamen noch Milch oder Kokosmilch dazu. Als Treibmittel konnte Backpulver verwendet werden. Viel mehr war für ein ordentliches Brot unterwegs auch gar nicht nötig. Bei der Zubereitung des sogenannten Stockman’s Damper gab es allerdings einen kleinen Unterschied. Der Teig wurde nicht einfach in die Asche des Lagerfeuers gelegt. Stattdessen kam er direkt auf die heißen Holzkohlen. Dabei musste das Brot immer wieder gedreht werden, damit es von allen Seiten gleichmäßig gar wurde. Ob es fertig war, ließ sich recht einfach feststellen: Klopfte man darauf, sollte es hohl klingen.

 

Nach dem Backen war die Oberfläche des Dampers meist dunkelbraun und ziemlich fest. Heute muss man dafür natürlich nicht mehr unbedingt direkt am Lagerfeuer stehen. Wer Damper beim Camping ausprobieren möchte, kann ihn genauso gut in einem gefetteten Campingofen oder auf einer heißen Metallplatte zubereiten. Das ist deutlich praktischer und, na ja, wahrscheinlich auch etwas angenehmer für die Hände.

 

Europäisches Brot

 

Soweit unser Ausflug zum Brot auf der anderen Erdhalbkugel. Nun noch ein paar Worte zum typischen Brot aus Europa. Wussten Sie, dass Sie das handwerklich und traditionell gebackene Brot der Dorfbäckerei Ackermann bundesweit per Lieferservice beziehen können? Das kann ein Baguette für den Grillabend sein oder ein leckeres Kornbrot. Und Kuchen bekommen Sie auch im Onlineshop: Ob Marmorkuchen oder Streuselkuchen, die alten Familienrezepte werden Sie begeistern. Und wenn Sie sich jetzt noch fragen, wie lange eingefrorenes Brot haltbar bleibt oder die Backtradition früher und heute miteinander vergleichen möchten, dann gibt es in unserem Blog die Antworten.

 

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Mit der Eingabe und Absendung Ihrer Daten erklären Sie sich einverstanden, dass wir Ihre Angaben zum Zwecke der Be antwortung Ihrer Anfrage und etwaiger Rückfragen entgegennehmen, zwischenspeichern und auswerten. Sie können diese Einwilligung jederzeit widerrufen. Siehe auch unsere Datenschutzhinweise.

ShopWarenkorbMein Konto