Ganz rationell lässt sich die Leidenschaft eines Hobbygärtners nicht erklären. Die Arbeitszeit, die Investition für Saatgut, Erde, Dünger und Bewässerung, das rechnet sich doch alles nicht. Wenn ich meine Radieschen beim Discounter kaufe, dann komme ich rein wirtschaftlich gesehen besser weg. Aber es ist schon was ganz Besonderes, wenn ich Nahrung zu mir nehme, die ich selbst gepflanzt habe. Eigenes Getreide anbauen? Das ist auch für leidenschaftliche Hobbygärtner sehr außergewöhnlich.
Ein eigener Garten ist Gold wert!
Ein eigener Garten ist schon eine prima Sache. Hier sind Menschen, die auf dem Lande wohnen meistens klar im Vorteil gegenüber den Stadtmenschen. Im Garten können wir relaxen, die Kinder können herumtoben und vielleicht stellen wir für heiße Sommertage auch ein aufblasbares Schwimmbecken auf. Und dann können wir auch die Nachbarschaft oder die Verwandtschaft einladen und eine außergewöhnliche Grillparty veranstalten. Ja, und dann können wir natürlich auch Obst und Gemüse pflanzen im Garten.
Typisches Gemüse aus dem eigenen Garten
Es gibt für den Hobbygärtner einfache und etwas schwierigere Herausforderungen. Die leichteste Übung ist vermutlich Kresse. Ein Gewürz mit großer Leidenschaft zu wachsen. Kresse wächst selbst auf einem feuchten Handtuch. Da kann nicht viel schief gehen. Schnittlauch und Petersilie ist auch recht dankbares Saatgut und Radieschen bereiten auch meistens keine Probleme. Eine Tomate ist da schon etwas anspruchsvoller. Ein einziger trockener Tag und schon schwinden die Lebensgeister. Außerdem verlangen die Wurzeln der Tomate nach tiefem Erdreich. Ein schlichter Blumentopf reicht hier meistens nicht aus. Wie sieht es mit dem Kopfsalat aus? Eigentlich auch ein Gemüse, willig zu wachsen. Aber auch die Lieblingsspeise von Nacktschnecken. Und wer möchte schon einen Salat ernten, an dem die Schnecke schon geknabbert hat?
Warum eigenes Getreide anbauen?
Viele Hobbygärtner entdecken irgendwann den Reiz, nicht nur Gemüse oder Kräuter anzubauen, sondern auch eigenes Getreide. Vielleicht geht es Ihnen genauso. Es ist einfach spannend, den gesamten Weg vom kleinen Korn bis zur fertigen Ernte mitzuerleben. Dazu kommt das gute Gefühl, ein Stück unabhängiger zu sein und Lebensmittel selbst zu erzeugen. Klar, die Erntemenge fällt im Hausgarten meist eher überschaubar aus. Trotzdem macht genau das den besonderen Charme aus. Sie lernen eine alte Kulturpflanze aus einer ganz neuen Perspektive kennen und bekommen ein besseres Gespür dafür, wie viel Arbeit tatsächlich hinter Brot, Mehl oder Müsli steckt. Und ganz ehrlich, ein kleines Getreidefeld im eigenen Garten ist auch optisch etwas Besonderes.
Warum sich der Eigenanbau von Getreide lohnt
Getreide gehört zu den Lebensmitteln, die in Sachen Nährstoffe einiges zu bieten haben. Es liefert komplexe Kohlenhydrate, wertvolle Ballaststoffe und pflanzliches Eiweiß, das lange satt macht. Außerdem stecken in Getreidekörnern wichtige Vitamine, Mineralstoffe und gesunde Fettsäuren. Ein weiterer Pluspunkt ist die unkomplizierte Lagerung. Richtig getrocknet bleibt selbst geerntetes Getreide über lange Zeit haltbar. Gerade diese Kombination aus guter Lagerfähigkeit und hohem Nährwert macht den Anbau im eigenen Garten für viele Menschen interessant.
Darauf kommt es beim Getreideanbau an
Bevor Sie loslegen, sollten Sie sich überlegen, welche Getreideart am besten zu Ihrem Garten und Ihren Plänen passt. Möchten Sie später Mehl herstellen, Futter gewinnen oder einfach einmal ausprobieren, wie Getreide wächst? Auch der richtige Aussaattermin spielt eine wichtige Rolle. Grundsätzlich unterscheidet man zwischen Wintergetreide und Sommergetreide. Beide Varianten haben ihre eigenen Ansprüche und unterscheiden sich vor allem beim Zeitpunkt der Aussaat und Ernte.
Sehenswert: Kennen Sie bereits den schönen Bericht aus dem ARD-Morgenmagazin über unsere Seniorchefs?
Welche Getreidesorten eignen sich für den Hausgarten?
Wintergetreide wird bereits im Herbst ausgesät. Damit sich die Pflanzen später normal entwickeln können, brauchen sie über einen längeren Zeitraum niedrige Temperaturen. Erst dieser Kältereiz sorgt dafür, dass sie im folgenden Jahr Blüten bilden und Körner ausreifen. Geerntet wird Wintergetreide je nach Sorte meist ab dem späten Frühjahr oder Frühsommer. Durch die lange Entwicklungszeit fallen die Erträge häufig höher aus. Zu den bekannten Sorten zählen Winterweizen, Winterroggen, Wintergerste, beispielsweise Pfauengerste, sowie Wintertriticale. Dabei handelt es sich um eine Kreuzung aus Weizen und Roggen.
Wenn Sie lieber erst im Frühjahr säen möchten, ist Sommergetreide die bessere Wahl. Hafer, Sommergerste oder auch Mais werden in der Regel ab März ausgesät. Je nach Witterung können Sie die ersten Bestände oft schon ab Juli ernten. Das macht Frühlingsgetreide besonders interessant, wenn Sie innerhalb einer Gartensaison relativ schnell Ergebnisse sehen möchten. Interessant könnte auch das Urgetreide Emmer sein.
So gelingt die Aussaat
Für ein gutes Wachstum braucht Getreide vor allem einen sonnigen Platz und einen möglichst nährstoffreichen Boden. Bevor Sie aussäen, können Sie die Erde etwas auflockern. Das erleichtert den jungen Pflanzen später den Start. Rechnen Sie mit ungefähr 85 Gramm Saatgut pro zehn Quadratmeter. Verteilen Sie die Körner möglichst gleichmäßig und bedecken Sie sie anschließend nur dünn mit Erde. Falls viele Vögel in Ihrem Garten unterwegs sind, kann ein leichtes Schutzvlies in den ersten Tagen sinnvoll sein. Jetzt heißt es erst einmal dranbleiben. Regelmäßiges Gießen und das Entfernen von Unkraut helfen den Pflanzen dabei, kräftig heranzuwachsen. Übrigens lohnt sich auch eine Mischkultur. Getreide zusammen mit Erbsen anzubauen spart Platz, nutzt den Boden besser aus und kann den Befall durch Schädlinge deutlich reduzieren.
Wann ist das Getreide erntereif?
Sobald die Halme und Ähren vollständig ausgereift sind, können Sie mit der Ernte beginnen. In einem kleineren Garten reicht dafür oft schon eine Sichel oder etwas Handarbeit aus. Wer größere Flächen bewirtschaftet, greift meist zu einer Motorsense. Ein Mähdrescher ist dagegen nur dann sinnvoll, wenn wirklich viel Getreide angebaut wird. Nach der Ernte muss das Beet übrigens nicht ungenutzt bleiben. Mit einer Gründüngung tun Sie Ihrem Boden sogar etwas Gutes. Pflanzen wie Luzerne, Lupinen oder Buchweizen lockern den Boden auf und liefern organisches Material. Regenwürmer und zahlreiche Mikroorganismen zersetzen die Pflanzenreste nach und nach. So entstehen wertvolle Nährstoffe, die den Boden fruchtbar halten und beste Voraussetzungen für die nächste Aussaat schaffen.
Aus Getreide wird Brot
Natürlich wollen Sie aus dem selbst angebauten Getreide auch eigenes Brot backen. Oder Sie bestellen Brot, wie selbst gebacken. Die Dorfbäckerei Ackermann hat sich dem traditionellen Bäckereihandwerk verschrieben. Hier bekommen Sie leckeres Emmerbrot, Dinkelvollkornbrot und sogar Früchtebrot.
















