Die Martinsbrezel: Mit Laterne und Brezel durch den Martinstag

Martinsbrezel

„Laterne, Laterne!“ singen die Kinder am Martinstag. Und sie ziehen als Lichterkette durch die Straße. Früher brannten echte Kerzen in den Laternen der Kinder. Heute leuchten oft batteriebetriebene Lichter. Da kann ja auch viel weniger passieren. Was gehört noch zur Tradition des Martinstags? Im ländlichen Raum reitet der gute St. Martin manchmal per Pferd voraus und zeigt den Kindern den Weg. Und dann gibt es noch die Martinsbrezel. Nicht in allen Regionen, aber doch in einigen. Die wird meistens verteilt, wenn der Zug sein Ziel erreicht hat. Die Martinsbrezel ist nicht nur eine Leckerei für Kinder. Auch Erwachsene beißen gerne einmal in die Backware aus süßem Hefeteig.

 

Die Tradition des Martinstags

 

Der Martinstag wird auch als Martinsfest bezeichnet. In Österreich und Bayern ist der Gedenktag auch als „Martini“ bekannt. Das Martinsfest geht auf zwei unterschiedliche Traditionen zurück: Der Martinstag markierte den Beginn der Fastenzeit in der von Byzanz beeinflussten christlichen Welt. Diese Fastenperiode erstreckte sich vom Mittelalter bis in die Neuzeit und wurde in einigen orthodoxen Kirchen sogar bis heute vor Weihnachten praktiziert. Am Tag vor dem Start dieser Fastenzeit gönnten sich die Menschen – ähnlich der Fastnachtstradition – noch einmal ausgiebige Festmähler. Der Martinstag markierte nicht nur das Ende des bäuerlichen Wirtschaftsjahres, sondern bot auch Gelegenheit, neuen Wein zu verkosten. Es war der Zeitpunkt für den Viehabtrieb und das Ende des Weidejahres. Zusätzlich war dieser Tag traditionell für die Entrichtung des Zehnten vorgesehen. Früher wurden Steuern in Naturalien, einschließlich Gänsen, bezahlt. Am Martinstag begannen oder endeten Dienstverhältnisse, Pacht- und Zinszahlungen sowie Besoldungsfristen. Später wurde auch der 6. November, der Tag des heiligen Leonhard von Limoges, dem Schutzpatron des Viehs, mit diesen Aktivitäten in Verbindung gebracht. Bis heute beziehen sich viele Landpachtverträge auf den Martinstag als Anfangs- und Endtermin, da er den natürlichen Beginn und das Ende der Bewirtschaftungsperiode widerspiegelt. Aus diesem Grund wurde der Martinstag auch als Zinstag bezeichnet.

 

Der Sankt Martins Umzug

 

In vielen Regionen Deutschlands, Österreichs, der Schweiz, Luxemburgs sowie in Ostbelgien, Südtirol und Oberschlesien ist es traditionell, Umzüge zum Martinstag abzuhalten. Während dieser Umzüge ziehen Kinder mit Laternen durch die Straßen von Dörfern und Städten. Oft wird der Zug von einem Reiter begleitet, der auf einem Schimmel reitet und den heiligen Martin in einem roten Mantel darstellt, ihn als römischen Soldaten verkörpernd. In Bregenz wird dieser Brauch als Martinsritt bezeichnet, im Rheinland als Martinszug und in Vianden (Luxemburg) als Miertchen. Oftmals wird auch die legendäre Szene der Mantelspende an den Bettler während des Umzugs nachgestellt. Dabei werden Martinslieder gesungen, oft begleitet von einer Blaskapelle. Die Laternen werden häufig im Unterricht der Grundschulen und in Kindergärten gebastelt. In früheren Jahren wurden die Laternen oft aus Rübenlichtern, mancherorts auch als Knolleköpp bezeichnet, hergestellt – Laternen, die aus geschnitzten Futterrüben gefertigt wurden.

 

 

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Das Martinsfeuer

 

Der Abschluss der Feierlichkeiten wird häufig mit einem beeindruckenden Martinsfeuer zelebriert. In einigen Regionen Westdeutschlands erhalten Kinder zu diesem Zeitpunkt einen Stutenkerl (westfälisch) oder Weckmann (rheinisch), ein aus Hefeteig mit Rosinen gefertigtes Gebäck. In den meisten Gegenden, einschließlich vieler Regionen in Westdeutschland, gelten Stutenkerle/Weckmänner als Gebäck für die Adventszeit und werden am Nikolausabend/-tag verzehrt. Ein charakteristisches Merkmal des Weckmanns ist eine kleine weiße Tonpfeife. Die Ursprungsgeschichte besagt, dass der Weckmann ursprünglich nur den heiligen Nikolaus repräsentierte und mit einem Bischofsstab ausgestattet war. Als einem Bäcker jedoch die kleinen Krummstäbe ausgingen, entdeckte er in einem benachbarten Tabakladen die kleinen Pfeifen. Obwohl sie nur geringe Ähnlichkeit mit einem Bischofsstab hatten, kaufte er sie als Ersatz. Seitdem gehört die weiße Tonpfeife zu den Weckmännern, auch jenen, die am Martinstag genossen werden.

 

Die Martinsbrezel am Martinstag

 

Die Martinsbrezel ist nicht das einzige überlieferte Gebäck zum Martinstag. In einigen Regionen Deutschlands werden auch gefüllte oder ungefüllte Martinshörnchen, Martinsbrötchen, und manchmal sogar Stutenkerle oder Weckmänner gebacken. Der Brauch hat seinen Ursprung wahrscheinlich in einem süßen Weißmehlgebäck, das am Martinstag an Arme oder Spitalinsassen verteilt wurde, um für ein Seelengebet zu danken. Weißmehlgebäck galt in früheren Zeiten als etwas Besonderes, da feines Weizenmehl nur zu speziellen Anlässen verwendet wurde. Daher wurden daraus stets besondere Gebäckstücke wie Brezeln geformt. Das deutsche Wort “Brezel” könnte vom lateinischen “brachiolum” abgeleitet sein, was “Ärmchen” bedeutet. Man vermutet, dass die gekreuzten Arme der Mönche, die zum Gebet dienten, die Grundlage für die charakteristische Brezelform darstellen. Es gibt jedoch auch andere Erklärungen. Das sichelförmige Martinshörnchen wird beispielsweise als halbe Brezel beschrieben, deren Form an die geteilte Habe von Martin mit dem Bettler erinnern soll. Daher könnte die doppelte Brezelform als Symbol für das gemeinsame Teilen interpretiert werden.

 

 

Die Martinsbrezel selber backen?

 

Traue ich mir zu, Martinsbrezeln selber zu backen? Ganz so schwer ist das nicht. Sie müssen hierfür eine Arbeitszeit von 40 Minuten, eine Backzeit von 15 Minuten und eine Ruhezeit von 80 Minuten investieren. Sie benötigen 500 Gramm Weizenmehl, 100 Gramm weiche Butter, 100 Gramm Zucker und eine Prise Salz. Hier finden Sie die komplette Backanweisung.

 

Die Martinsbrezel aus der Dorfbäckerei Ackermann

 

Wenn Sie in Berlin oder in München einen Martinsumzug veranstalten möchten und leckere Martinsbrezeln aus dem Saarland beziehen wollen, dann müssen wir Sie eventuell enttäuschen: Die Martinsbrezel aus der Traditionsbäckerei Ackermann im Mandelbachtal kann leider nicht über den Onlineshop bezogen werden. Damit die Martinsbrezel am Martinstag besonders frisch bleibt, wird sie ausschließlich im Ladenlokal angeboten. Verschiedene Kindergärten und Kitas im Saarland setzen allerdings Jahr für Jahr auf die Martinsbrezel der Handwerksbäckerei Ackermann. Und da die benötigten Stückzahlen oft erst kurz vor dem Martinsumzug bekannt sind, ist es auch kein Problem die endgültige Menge 24 bis 48 Stunden vor der Abholung zu bestellen. Natürlich können Sie Martinsbrezeln auch einzeln in der Traditionsbäckerei kaufen. Auch dann, wenn Sie keinen eigenen Martinsumzug organisieren.

 

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