Einkaufen ist bequem geworden. Wir drücken ein paar Tasten auf dem Smartphone und nur wenige Tage später bekommen wir ein Paket. Manchmal sogar schon am nächsten Tag. Mit Büchern und Musik-Datenträgern fing alles an, heute bekommen wir sogar das saftige Brot aus der Handwerksbäckerei Lieferservice vor die Haustür. Emmerbrot oder Früchtebrot? Alles kein Problem. Aber ist das auch nachhaltig?
Auch offline wurde schon viel bestellt…
Versandhaus statt Einzelhandelsgeschäft. Diese Frage stellte sich schon in Zeiten, bevor wir das Wort „Online“ überhaupt in den Mund genommen hatten. Die großen Versandhäuser hießen damals Quelle, Neckermann und Otto. Letzterer hat den Sprung in die Onlinezeit überlebt, die anderen beiden nicht. Dicke Kataloge, duftend nach Lack und Hochglanzpapier, wer konnte da schon widerstehen. Und auch damals waren die Anbieter schon sehr Kulant bei der Rücksendung. Wenn die Hose nicht gepasst hat, dann war sie auch schnell wieder weg.
Onlinehandel: Immer einfacher!
Wir sind schon etwas bequem geworden. Wer kauft schon gerne bei einem Händler ein, bei dem erst ein neuer Kundenaccount angelegt werden muss? Der mir eine Rechnung schickt, die ich dann per Überweisung bezahle? Früher war alles noch viel komplizierter. Bevor es das Online-Banking gab, mussten wir zur Bankfiliale laufen und vor Ort einen Überweisungsschein ausfüllen. Da konnte man genauso gut auch ins Ladenlokal gehen und dort einkaufen. Am liebsten sind uns heute Bestellungen mit ein oder zwei Klicks. In den Warenkorb legen, bestätigen, fertig. Sind wir ein bisschen gemütlich geworden?
Ist das nachhaltig?
Überall sehen wir sie auf den Straßen: Die Transporter der Lieferdienste. Da hat sich schon einiges geändert in den letzten Jahrzehnten. Einst gab es nur das gelbe Postauto. Wer ein Paket erwartete, der wusste, wann es gebracht wurde. Und von wem. Aber ist es wirklich nachhaltig, wenn so viele Lieferanten parallel auf den Straßen unterwegs sind? Aber Moment mal, auch das Ladenlokal im Einzelhandel muss irgendwie beliefert werden. Und wer nicht gerade am Hafen platziert ist, der wird vermutlich auch von der Straße aus beliefert. Macht das einen Unterschied?
Emissionen auf den letzten Metern…
Wann wird eine Lieferung nachhaltig und wann kann sie zum Problem werden? Vor allem auf den letzten Metern werden viele Emissionen freigesetzt. Oft geht diese Reise mitten durch den Stadtverkehr, mit Stopps an den Ampeln, engen Straßen und Parkplatzsuche. Und jeder Kunde, er beliefert werden soll, bedeutet einen weiteren Stopp. Aber auch der umgekehrte Fall ist nicht glücklich: Wenn der Lieferdienst mit einem einzigen Paket durch die Dörfer fährt, um den einzigen oder letzten Kunden zu beliefern. Erfolglose Zustellungen sind natürlich auch nicht die Königsklasse der Nachhaltigkeit.
Der Trick mit der Packstation
Wenn Sie die Nachhaltigkeit Ihrer Bestellungen verbessern möchten, dann können Sie die Lieferung auch zum nächsten Paketshop zustellen lassen. Mit etwas Glück machen das die anderen Kunden auch und der Lieferservice steuert für all diese Bestellungen nur ein einziges Ziel an. Aber Moment mal: Wie kommen Sie dann zur Packstation? Wenn Ihnen Nachhaltigkeit wirklich am Herzen liegt, dann nehmen Sie das Fahrrad (ein Lastenfahrrad bei größeren Paketen) oder Sie machen einen Fußmarsch zum Paketshop. Wenn Sie mit dem SUV fahren, dann ist das eher nicht so sehr nachhaltig.
Sehenswert: Kennen Sie bereits den schönen Bericht aus dem ARD-Morgenmagazin über unsere Seniorchefs?
Gar nicht nachhaltig: Die Rücksendung
Die Zahl der Rückgaben ist bei der Online-Bestellung viel größer als beim Kauf im Einzelhandel. Im Ladenlokal können Sie das Produkt schon einmal selbst in die Hand nehmen, der Onlineshop liefert nur ein Foto (vielleicht noch ein Video). Vor allem beim Einkauf von Kleidung spielt das eine wichtige Rolle. Im besten Fall, kennen Sie alle Ihre Körpermaße und doch fällt ein Kleidungsstück mal größer und mal kleiner aus. Im Ladenlokal haben Sie die Umkleidekabine, beim Onlineshop nur die Gewissheit, dass Sie am Ende wieder alles zurückschicken können, was nicht passt. Nicht die Königsklasse der Nachhaltigkeit.
Tendenziell nachhaltig: Bestellungen bündeln
Bei gewissen Prime-Angeboten (was könnte jetzt wohl gemeint sein?) bezahlen Sie eine monatliche Gebühr und brauchen dann (in vielen Fällen) kein Porto mehr zu bezahlen. Sie können eine Bestellung am Montagabend abschicken, eine weitere am Dienstagvormittag und dann vielleicht noch einmal eine am Dienstagnachmittag. Kostet alles gleich viel. Besonders nachhaltig ist das allerdings nicht. Besser Sie bündeln Ihre Bestellungen. Und das machen sogar die meisten Kunden. 69% der Besteller in Deutschland geben lieber eine große Bestellung ab, statt mehrere kleine. Und doch kann es passieren, dass am Ende dann drei Lieferfahrzeuge zu unterschiedlichen Zeiten bei Ihnen anhalten.
Sehr nachhaltig: Second Hand
Der Onlinehandel ist natürlich perfekt für die Zweitverwertung von Produkten. Es gibt Anbieter, die sich speziell auf diesen Markt konzentrieren. Der eine mistet sein altes Bücherregal aus, der andere freut sich über ein Gebraucht-Buch, das vielleicht gar nicht mehr im Einzelhandel erhältlich ist. Secondhand Ware ist (meistens) natürlich viel nachhaltiger als ein Produkt, das gänzlich neu produziert werden muss.
Auch nicht emissionsfrei: Das Ladenlokal
Wir haben schon darüber gesprochen: Das Ladenlokal bekommt seine Waren ebenfalls geliefert. Gut organisiert ist das allerdings dann mehr als nur ein Paket auf einmal. Aber hier gibt es noch einen weiteren Aspekt: Der Kunde muss erstmal zum Ladengeschäft kommen. Bei größeren Einkäufen wird er dafür bestimmt das Auto benutzen. Wer auf dem Land lebt, muss schon etwas weiter fahren.
Backwaren aus dem Onlineshop
Sie sehen also: Wie nachhaltig der Onlinekauf ist, hängt von vielen Faktoren ab, auf die auch Sie Einfluss haben. Und wenn Sie nun Lust bekommen haben, handwerklich gebackenes Brot oder Kuchen online zu bestellen, dann sind Sie auf dieser Seite hier schon richtig. Das könnte jetzt ein Marmorkuchen in Kastenform sein, der klassische Gugelhupf oder ein Streuselkuchen.

















