Der Begriff „Vielfalt“ ist in aller Munde. Sowohl politisch, wie auch in unserem Alltag. Vielfalt kann auch bedeuten, mit alten Gewohnheiten zu brechen. Auch kulinarische Vielfalt ist angesagt. Das bedeutet mehr Abwechslung beim Mittagsessen und auch am Frühstückstisch. Auch Brot mit Sauerteig kann zu dieser Vielfalt beitragen. Und Sauerteig Brot backen ist übrigens auch gar kein Problem.
Die Vorteile von Sauerteig
Verschiedene positive Eigenschaften werden mit dem Brot aus Sauerteig in Verbindung gebracht. Ob uns das Brot aus Sauerteig besser schmeckt, bleibt natürlich uns allen überlassen. Aber es gibt auch ein paar objektive Kriterien, die für den Sauerteig sprechen.
Sauerteig Brot ist bekömmlich
Durch die lange Teigführung, also die stundenlangen Ruhe- und Reifezeiten, werden Sauerteigbrote besser verdaulich: Blähende Bestandteile wie FODMAPS werden abgebaut. Diese vergärbaren Zuckerarten kommen natürlicherweise in vielen Lebensmitteln vor, nicht nur in Getreide, sondern auch in Milchprodukten, Obst und Gemüse. Eine Ernährung mit wenigen FODMAPS kann oft Blähungen und Bauchschmerzen bei Reizdarmsymptomen lindern.
Der kräftige Geschmack
Sauerteig hat einen kräftigeren Geschmack als Hefeteig, dank der wilden Hefen und Milchsäurebakterien, die darin gedeihen. Vollkornmehl ist besonders reich an diesen Mikroorganismen, da sie sich auf den Randschichten der Getreidekörner ansiedeln, die im Vollkornmehl vollständig enthalten sind. Diese Mikroorganismen fermentieren den Sauerteig und produzieren dabei Milch- und Essigsäure, die dem Teig seinen charakteristischen sauren Geruch und Geschmack verleihen. Die Hefen sind vor allem dafür verantwortlich, den Teig aufzulockern.
Die Haltbarkeit von Sauerteig Brot
Sauerteigbrote aus Roggen bleiben viel länger frisch. Die Kruste bewahrt die Feuchtigkeit im Inneren des Teigs. Die von den Mikroorganismen produzierte Essigsäure wirkt zudem abschreckend auf Schimmel, wodurch das Brot länger haltbar bleibt.
Sauerteig und die Mineralstoffe
Getreide enthält wie Hülsenfrüchte Phytinsäure, die mit den Mineralstoffen im Lebensmittel feste Verbindungen eingeht, wodurch diese Mineralstoffe, von Eisen bis Calcium, kaum noch bioverfügbar sind. Das bedeutet, unser Körper kann sie nicht mehr aufnehmen und nutzen. Trotzdem verwenden wir beim Brotbacken Vollkornmehle oder solche mit einer hohen Typenzahl, weil die Randschichten der Getreidekörner, in denen die wertvollen Mineralstoffe stecken, mitverarbeitet werden. Bei der Herstellung von Sauerteig wird die Phytinsäure abgebaut, sodass sie die Mineralstoffe nicht mehr binden kann. Dadurch steht unserem Körper das gesamte Spektrum an Mineralstoffen zur Verfügung.
Sehenswert: Kennen Sie bereits den schönen Bericht aus dem ARD-Morgenmagazin über unsere Seniorchefs?
Sauerteig Brot backen: Fangen wir mit dem Teig an
Was brauche ich, wenn ich Sauerteig Brot backen möchte? Zunächst einmal den Teig. Auch den Sauerteig können Sie selbst herstellen. Sie können Sauerteig mit Dinkelmehl oder auch mit Roggenmehl herstellen. 350 Gramm sind die richtige Menge für ein gutes Stück Brot. Mischen Sie 100 g Mehl mit 100 ml lauwarmem Wasser in einer großen Schüssel und lassen Sie die Mischung 12 Stunden abgedeckt ruhen. Danach rühren Sie den Teig erneut um und lassen ihn weitere 12 Stunden ruhen. Am nächsten Tag fügen Sie 50 g Mehl und 50 ml lauwarmes Wasser hinzu, rühren alles gut durch und lassen den Teig abgedeckt für 24 Stunden stehen. Machen Sie einen Geruchstest; die Mischung sollte säuerlich und nach Hefe riechen. Nun geben Sie weitere 100 g Mehl und 100 ml lauwarmes Wasser hinzu und lassen den Teig erneut für 12 Stunden ruhen. Danach rühren Sie den Teig um und lassen ihn für weitere 12 Stunden stehen. Der Teig sollte nun intensiver nach Hefe und saurer Milch riechen. Fügen Sie ein letztes Mal 100 g Mehl und 100 ml Wasser hinzu und lassen den Teig für 24 Stunden ruhen. Jetzt ist der Sauerteig fertig und bereit, als Anstellgut für Sauerteigbrote verwendet zu werden.
Sauerteig Brot backen
Wenn Sie den Teig zubereitet haben, dann können Sie mit dem Backen beginnen. Stellen Sie eine feuerfeste Schale, die zu zwei Dritteln mit Wasser gefüllt ist, auf den Boden des Backofens und sprühen Sie zusätzlich etwas Wasser mit einer Pumpflasche hinein. Heizen Sie den Backofen auf 220 bis 250 °C Ober- und Unterhitze vor, je nach gewünschter Krustenstärke, und legen Sie ein Backblech mit Backpapier aus. Für eine hellere Kruste wählen Sie eine niedrigere Temperatur und reduzieren Sie die Hitze nach der Hälfte der Backzeit auf 180 bis 220 °C. Sobald der Ofen die gewünschte Temperatur erreicht hat, kippen Sie den Teigling aus dem Gärkorb auf das Backblech. Backen Sie das Sauerteigbrot etwa 60 bis 75 Minuten.
Braucht Sauerteig Brot zusätzlich Hefe?
Beim Backen sind unterschiedliche Methoden denkbar, um Teige aufgehen zu lassen und ihnen eine luftige Konsistenz zu verleihen. Eine seit Jahrhunderten bewährte Technik ist die Verwendung von aktivem Sauerteig. Dieser besteht aus einer Mischung aus Mehl und Wasser, die über einen längeren Zeitraum fermentiert wurde. Während der Fermentation entwickeln sich viele Mikroorganismen, insbesondere Milchsäurebakterien und wilde Hefen. Diese Mikroorganismen sind für den Gärungsprozess verantwortlich, der den Teig aufgehen lässt, weshalb aktiver Sauerteig keine zusätzliche Hefe benötigt. Die Milchsäurebakterien und Hefen im Sauerteig interagieren und schaffen eine ideale Umgebung für die Gärung. Die Milchsäurebakterien bauen den Zucker im Mehl ab und produzieren dabei Milchsäure und Kohlendioxid. Das Kohlendioxid bildet kleine Bläschen im Teig, die ihn aufgehen lassen. Gleichzeitig erzeugen die Hefen im Sauerteig Alkohol und weiteres Kohlendioxid. Diese Kombination der Gärungsprozesse sorgt für eine starke Triebkraft, die den Teig leicht und locker macht.
Sauerteig Brot backen oder Brot kaufen?
Sie wollen Sauerteig Brot backen, aber es fehlt die Zeit dazu? Gutes Brot bekommen Sie natürlich auch, wenn Sie einmal selbst keine Zeit haben, um eigenes Brot zu backen. Wenn guter Geschmack beim Brot für Sie wichtig ist, dann achten Sie darauf, handwerklich gebackenes Brot zu kaufen. Dieses bekommen Sie auch online bei der Dorfbäckerei Ackermann aus dem Saarland. Zu den Bestsellern aus dem Onlineshop gehören das Oskar Brot, das Emmerbrot und auch das Big Bolcher. Auch das Kornbrot 1930 sollten Sie testen.

















