Science-Fiction ist allgegenwärtig: Im Kino, im Roman und schon längst auch in der Realität. Wir tragen ständig einen kleinen Computer in unserer Jackentasche und kommunizieren mit der künstlichen Intelligenz. Was uns vor wenigen Jahrzehnten noch in TV-Serien von der fernen Zukunft hat träumen lassen, ist schon lange unser Alltag. Und wir ernähren uns auch anders als früher. Auch beim Konsum von Brot gab und gibt es immer wieder Trends. Wie könnte das Science-Fiction Brot der Zukunft aussehen?
Alles automatisch?
Wenn wir an Science-Fiction denken, dann kommt uns vermutlich eine durchautomatisierte Welt in den Sinn. Roboter machen die Arbeit, der Mensch macht es sich im Liegestuhl gemütlich. Beim Brot ist diese Vision bereits Wirklichkeit geworden. Teilweise jedenfalls. Das meiste Brot, das wir im Supermarkt oder im Discounter kaufen, wird industriell gebacken. Da steht kein Bäcker mehr dahinter, der den Teig knetet. Und das Ergebnis dieser Entwicklung? Das Brot ist dadurch nicht unbedingt besser geworden. Weder der Geschmack, noch die Qualität.
Es geht auch anders
Doch es gibt auch eine Gegenbewegung: Das Brot, das wieder richtig vom Handwerksbäcker gebacken wird. Vielleicht ist genau das die Zukunft? Gute Qualität, traditionell zubereitet. Gerade im Kontext von kulinarischen Genüssen ein hohes Gut. Es sind schließlich auch immer menschliche Starköche, die uns im Fernsehen das Kochen beibringen und keine Pommes-Automaten. Wie stellen Sie sich die Lebensmittel der Zukunft vor? Voll industrialisiert hergestellt oder doch eher menschlich zubereitet? Welche Science-Fiction Welt haben Sie im Kopf?
Brot für die Raumstation
Traditionelles Brot ist auf der Raumstation ISS Tabu. Lose Brotkrümel können zum echten Sicherheitsproblem werden. Sie beschädigen die Luftfilter und die Elektronik, sie schweben schwerelos in die Augen und gelangen in die Atemwege. Alternativ bieten sich weitgehend krümelfreie Tortillas und Fladenbrote an. Wichtig ist, dass die Lebensmittel für die Raumstation lange haltbar bleiben. Speziell entwickelte Tortillas bleiben bis zu 18 Monate lang frisch und schimmelfrei.
Das Brot in der Science-Fiction Literatur und im Film
In der Science-Fiction Literatur wird das Brot oft als industriell hergestellte Massenware beschrieben. Im Roman „Make Room! Make Room!“, der Vorlage für den Film Soylent Green mit Charlton Heston, wird die Nahrung in Form kleiner Kekse dargeboten, die aus Algen hergestellt werden. Im Star Trek Universum kommt das Brot natürlich aus dem Replikator. Der Film „Der Marsianer“ präsentiert uns nicht das Brot, sondern die Kartoffel als lebensnotwendiges Grundnahrungsmittel. Im Roman „The Windup Girl“ wird das Brot der Zukunft zu einem höchst politischen Produkt. In „Red Mars“ wird die Infrastruktur auf dem Mars sehr ausführlich beschrieben. Hier wird auf dem roten Planeten auch Brot gebacken. In „Tau Zero“ ist das Brot Teil eines geschlossenen Stoffkreislaufes.
Sehenswert: Kennen Sie bereits den schönen Bericht aus dem ARD-Morgenmagazin über unsere Seniorchefs?
Keine Science-Fiction: Brot aus dem 3D-Drucker
Wenn wir an 3D-Drucker denken, dann haben wir vielleicht kleine Plastikteile im Sinn. Absolut ungenießbar. Aber es gibt auch Drucker für Lebensmittel. Das ist heutzutage aber eher eine Spielerei und noch keine Massenproduktion. Aber Kekse und Cracker (oft auch in originellen Formen) können bereits heute auf diese Weise gefertigt werden. Der Vorteil: Die Zutaten werden präzise dosiert und auch Lebensmittelreste können verwertet werden. Der Druck dauert heute in jedem Fall noch länger als die industrielle Teigverarbeitung und auch mit der traditionellen Backweise kann der 3D-Food Drucker noch lange nicht mithalten.
Science-Fiction: Zurück in die Vergangenheit
Die Zukunft liegt oft auch in der Vergangenheit. Dieser Brottrend ist schon heute erkennbar. Alte Getreidesorten, wie etwa Emmer oder Einkorn werden neu entdeckt und gehören wieder zu den Brottrends. Es ist schon erstaunlich, wie oft wir beim Blick in die Zukunft zunächst einmal den Blick in die Vergangenheit wagen. Auch die Dorfbäckerei Ackermann hat das Emmerbrot im Sortiment des eigenen Onlineshops. Das bedeutet: Sie können traditionell gebackenes Brot bundesweit bestellen.
Das Brot und das Klima
Egal ob es wärmer oder kälter wird auf unserem Planeten: Veränderungen des Klimas beeinflussen auch immer die Getreidearten, die vorzugsweise angebaut werden. Bei einer steigenden globalen Temperatur könnten Hirse, Sorghum und auch Dinkel und Emmer eine wichtigere Rolle spielen. (Dinkelbrötchen finden Sie hier) Das Brot der Zukunft könnte unter diesem Aspekt auch vorzugsweise aus regionalen Zutaten hergestellt werden. Vor allem dann, wenn Transportkosten und Energiepreise stärker berücksichtigt werden müssen.
Brot gegen Lebensmittelverschwendung
Das Brot der Zukunft könnte nicht nur gut schmecken, sondern auch dabei helfen, wertvolle Ressourcen besser zu nutzen. Schon heute experimentieren Bäckereien mit Zutaten, die früher oft im Abfall gelandet wären. Dazu gehören zum Beispiel Treber aus der Bierherstellung oder ballaststoffreiche Nebenprodukte aus der Getreideverarbeitung. Was zunächst ungewöhnlich klingt, hat großes Potenzial. Viele dieser Rohstoffe sind nährstoffreich und eignen sich hervorragend zum Backen. Für Sie als Verbraucher würde das bedeuten, dass ein Brot nicht nur sättigt, sondern gleichzeitig einen Beitrag zu einer nachhaltigeren Lebensmittelproduktion leisten kann.
Keine Science-Fiction: Das Gesundheitsbrot
Brot könnte in Zukunft deutlich stärker auf individuelle Gesundheitsbedürfnisse zugeschnitten werden. Lebensmittelentwickler arbeiten bereits jetzt an Rezepturen, die den Blutzuckerspiegel langsamer ansteigen lassen, länger satt machen oder die Darmflora unterstützen. Möglich wird das durch besondere Mehlsorten, einen höheren Ballaststoffgehalt oder gezielt eingesetzte Fermentation. Das könnte für uns alle bedeuten, dass die Wahl des Brotes künftig ähnlich bewusst treffen wie die Auswahl von Nahrungsergänzungsmitteln oder Fitnessprodukten. Brot wäre dann nicht mehr nur ein Grundnahrungsmittel, sondern ein fester Bestandteil einer gesundheitsorientierten Ernährung.
Die Gegenbewegung: Das Premium Handwerksbrot
Hier sind Sie auf der Webseite der Dorfbäckerei Ackermann. Wenn die Zukunft des Brotes in der automatisierten Verarbeitung liegen sollte, dann gibt es auch die Gegenbewegung dazu: Das explizit handwerklich gebackene Brot. Hier bekommen Sie Dinkelbrot mit langer Teigführung und können sich auch Kuchen schicken lassen. Testen Sie den Unterschied. Sie werden ihn schmecken. Und das ist jetzt ausnahmsweise mal keine Science-Fiction.
















