Der Wasserkastanien-Kuchen: Ein Klassiker aus China

Wasserkastanien-Kuchen

Vielleicht möchten Sie Ihren Gästen einmal einen ganz ausgefallenen Kuchen anbieten? Oder Ihrer Familie? Einen Kuchen, den noch niemand kennt? Tatsächlich kennen den Wasserkastanien-Kuchen sehr viele Menschen. Nicht notwendigerweise in Mitteleuropa. Aber in China ist das ein echter Klassiker. Ja, warum nicht mal etwas Neues ausprobieren? Einfach mal testen, wie diese Kuchenschöpfung auf unseren Gaumen wirkt. Wenn das Experiment nicht mundet, dann können Sie nächstes Mal wieder auf Klassiker, wie den Marmorkuchen oder den Gugelhupf setzen.

 

Was sind Wasserkastanien?

 

Die Kastanie ist uns sehr vertraut. Aber die Wasserkastanie? Was soll das bitteschön sein? Ganz einfach: Das ist eine Kastanie, die aquatisch wächst. Also mit den Wurzeln unter Wasser. Tatsächlich ist die Wasserkastanie aber gar nicht mit der hierzulande heimischen Kastanie verwandt. So wie ein Meerschweinchen nicht mit einem Hausschwein verwandt ist. Die essbaren Knollen werden allerdings manchmal mit der Kastanie verglichen. Daher der Name. Nicht zu verwechseln ist die Wasserkastanie mit der Wassernuss, die ebenfalls manchmal als Wasserkastanie bezeichnet wird.

 

Die Wasserkastanie als Lebensmittel

 

Wie der Titel dieses Artikels schon durchblicken lässt: Die Wasserkastanie wächst vor allem in den Subtropen von Asien. Sie lebt aber auch in Afrika und Australien. Das weiße Fleisch schmeckt süßlich und sie hat eine „knackige“ Konsistenz, die auch nach einer längeren Kochzeit nicht verloren geht. Roh genossen, kann die Wasserkastanie zu einem Problem werden. Sie kann den Riesendarmegel auf den Menschen übertragen.

 

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So wächst die Wasserkastanie

 

Versuchen Sie am besten gar nicht, die Wasserkastanie in Mitteleuropa zu kultivieren. Sie verlangt nach einem ganz raffinierten Hell-Tunkel Takt, den es praktisch nur am Äquator gibt. Für die Lebensmittelindustrie lohnt sich das nicht. Die Wasserkastanie ist ein Klassiker, aber derzeit kein Trendprodukt. So sind die weltweiten Produktionszahlen eher rückläufig. In Japan wurden im Jahre 1984 noch 1600 Tonnen geerntet, im Jahre 1992 waren es nur noch 1200 Tonnen. In Taiwan sank die Produktion im selben Zeitraum von 1200 Tonnen auf 860 Tonnen. Aktuelle Zahlen sind schwer zu bekommen.

 

Der Wasserkastanien-Kuchen und seine Geschichte

 

Die Tradition des Wasserkastanien-Kuchens kommt aus der kantonesischen Küche. Nun werden Sie Kantonesien heute kaum als offizielle Verwaltungseinheit auf der Karte finden. Die Region liegt in der heutigen chinesischen Provinz Guangdong im äußersten Süden von China. So ganz gesichert ist es nicht, aber die Ursprünge des Wasserkastanien-Kuchens werden in der Tradition des chinesischen Reiskuchens vermutet. In Guangzhou gilt der Wasserkastanien-Kuchen als Spezialität, die meistens in kleinen quadratischen oder rechteckigen Stücken serviert wird. Vor allem an kantonesischen Festtagen, oft auch als Neujahrskuchen. Bis heute wird der Kuchen mit Glück und Wohlstand verbunden.

 

Gedämpft, nicht gebacken zubereitet

 

Moment mal: Kuchen wird gebacken. Meistens ja, aber nicht immer. Der Wasserkastanien-Kuchen wird traditionell gedämpft. Die Wasserkastanien werden hierzu zunächst fein zerstoßen oder gerieben, dann mit Zuckerwasser vermischt und in der Stärke gebunden. Durch das Dämpfen bekommt der Kuchen eine fast glasartige Struktur. Der Wasserkastanien-Kuchen kann auch mit Kokosmilch, Pandan oder braunem Zucker zubereite werden. Der Kuchen ist weich und elastisch.

 

Sehenswert: Kennen Sie bereits den schönen Bericht aus dem ARD-Morgenmagazin über unsere Seniorchefs?

Was brauche ich für einen Wasserkastanien-Kuchen?

 

Auch wenn Sie vielleicht noch nie danach gesucht haben, Wasserkastanien bekommen Sie auch hierzulande im einschlägigen Onlinehandel. Für eine Form in der Größe von ca. 18 bis 20 Zentimetern benötigen Sie 250 frische (oder alternativ auch eingelegte) Wasserkastanien. Dazu 150 Gramm Wasserkastanienmehl. Dazu 180 Gramm Zucker (idealerweise sollte dies brauner Kandiszucker sein), einen Esslöffel Öl zum Einfetten und 600 Milliliter Wasser.

 

So bereite ich den Wasserkastanien-Kuchen zu

 

Schälen Sie die Wasserkastanien und hacken Sie diese fein. Haben Sie eingelegte Wasserkastanien aus der Dose (hierzulande wird das eher der Fall sein), dann müssen Sie natürlich vorher das Wasser abgießen. Verrühren Sie das Wasserkastanienmehl mit gut 300 Milliliter kaltem Wasser. Achten Sie darauf, dass keine Klümpchen mehr zu sehen sind. Nun erhitzen Sie 300 Milliliter Wasser mit dem Zucker. So lange, bis der Zucker vollständig aufgelöst ist. Das Wasser muss nicht stark kochen. Jetzt kommt der entscheidende Schritt: Geben Sie eine Kelle des heißen Zuckersirups langsam in die kalte Stärkemischung. Rühren Sie währenddessen. Gießen Sie diese Stärkemischung nun in den Topf zum restlichen Sirup und rühren Sie das alles bei mittlerer Hitze ein.

 

Wenn die Masse glasig wird…

 

Ja, an dieser Stelle, sollte (wenn Sie alles richtig gemacht haben) der Teig allmählich glasig werden. Kochen Sie aber nicht zu lange, die Masse sollte fließfähig bleiben. Nun rühren Sie die gehackten Wasserkastanien ein. Ölen Sie eine hitzebeständige Form ein, gießen Sie die Masse hinzu und dämpfen Sie all das ungefähr 30 bis 40 Minuten lang, bis die Oberfläche fest und glänzend ist. Wichtig ist: Der Kuchen sollte vollständig ausgekühlt werden. Ein Aufenthalt im Kühlschrak über ein paar Stunden ist eine gute Entscheidung.

 

 

 

Optional: Braten Sie den Wasserkastanien-Kuchen an

 

Was jetzt kommt ist nicht zwingend notwendig (und wird auch in China nicht immer praktiziert), aber eine leckere Variante: Schneiden Sie den Kuchen in Scheiben mit einer Dicke von ca. 1-2 Zentimetern und Braten Sie die Scheiben in einer leicht geölten Pfanne goldbraun an. Das verleiht dem Kuchen eine knusprige Kruste, während innen die weiche und elastische Konsistenz erhalten bleibt.

 

Oder doch lieber heimische Kuchen?

 

Nach dieser exotischen Backidee wollen wir uns noch ein bisschen mit traditionelleren Angeboten befassen. Denn Sie sich hier auf der Webseite einer Dorfbäckerei, die nach den Tugenden des traditionellem Backhandwerks aus dem Saarland arbeitet. Was wird per Lieferservice verschickt? Da gibt es den Streuselkuchen oder auch den Nusskranz und den Rosinenkranz. Eine interessante Abwechslung nach einem Wasserkastanien-Kuchen? Ganz bestimmt!

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